Sonntag, 25. Mai 2014

'pure departure'

ich breche jetzt aus. mir wird die schale hier zu hart
und das ei zu eng, also brech ich es auf. ich breche jetzt auf
und erweitere meine schatten, springe mit einem
riesensatz über meinen horizont und schau hinter den tassenrand.
und als ich sehe was da vor mir liegt, breche ich in tränen aus.

ich kippe wasser auf meine mühlen, endlich, gottlob
ich probiere alles neue aus, werde schamlos, gottlos,
ich entscheide mich endlich
für nichts weniger als mehr
ich quelle über von mir selbst sprudel so vor mich hin bin alles andere als leer
meine wunden wachsen zu und über mich hinaus
und werden wunder die mich locken ich komm raus aus meinem schneckenhaus

ich packe meinen koffer. ich nehme mit - einen faden duft
und was hier bei euch bleibt ist der fade duft
den dinge verströmen, die nicht mehr da sind.
vermutlich riecht ihr nicht viel davon.
ist mir egal
ihr seid mir egal
ihr werdet mir egal
wenn ich mir das immer und immer wieder sage, dann wird’s vielleicht real

deine argumente sind so brüchig dass sie nur teilweise hier ankommen.
ich sammle die reste ein und baue mir daraus ein refugium,
seh durch dessen wände die welt nur noch verschwommen
und das ist vielleicht besser so, dann fühl ich mich nicht ganz so dumm.

(05 / 14)

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