29.01.2014
Rezept
für ein Gedicht:
Farbe
Geschmack
Geruch
Aussehen
/ Form
Ton
/ Klang
Erlebnisqualität
"Wenn
ich ein Stück Kreide wär,
wäre
ich gelb.
Ich
schmecke manchmal schal und ranzig, aber das merkt man erst,
nachdem
man mich gierig in sich hineingestopft hat.
Ein
Nachgeschmack bleibt.
Ich
rieche würzig,
je
nach Saison.
Mein
Sommergeruch ist Sonnencreme ist Mädchenschweiß ist Männerdeo ist
Salz auf der Haut und Teer zwischen den Zehen, und wenn leichter Wind
weht, riecht man Glück.
Im
Frühling und Herbst rieche ich nach Erwartung.
Im
Winter schlägt neugierigen Schnüfflern ein Schwall von Stillstand
ins Gesicht,
und
sie halten den Atem an.
Mein
Spiegelbild hängt meistens schief.
Ich
klinge verschieden;
meistens
hört man nur das Kratzen der Stifte in meinem Kopf,
Zensoren
bei der Arbeit.
Quantität
ist in diesem Fall öfter anzutreffen, als der Qualität gut tut.
Aber
manchmal öffnet sich eine Tür und schließt sich wieder und
offenbart einen richtig großen Haufen Glitzer."

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