Montag, 4. August 2014

aus Meppen

29.01.2014
Rezept für ein Gedicht:
Farbe
Geschmack
Geruch
Aussehen / Form
Ton / Klang
Erlebnisqualität

"Wenn ich ein Stück Kreide wär,
wäre ich gelb.

Ich schmecke manchmal schal und ranzig, aber das merkt man erst,
nachdem man mich gierig in sich hineingestopft hat.
Ein Nachgeschmack bleibt.

Ich rieche würzig,
je nach Saison.
Mein Sommergeruch ist Sonnencreme ist Mädchenschweiß ist Männerdeo ist Salz auf der Haut und Teer zwischen den Zehen, und wenn leichter Wind weht, riecht man Glück.
Im Frühling und Herbst rieche ich nach Erwartung.
Im Winter schlägt neugierigen Schnüfflern ein Schwall von Stillstand ins Gesicht,
und sie halten den Atem an.

Mein Spiegelbild hängt meistens schief.

Ich klinge verschieden;
meistens hört man nur das Kratzen der Stifte in meinem Kopf,
Zensoren bei der Arbeit.

Quantität ist in diesem Fall öfter anzutreffen, als der Qualität gut tut.

Aber manchmal öffnet sich eine Tür und schließt sich wieder und offenbart einen richtig großen Haufen Glitzer."

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen