An denen jede kleine Bewegung schwerfaellt, weil du ein Hohlkoerper bist mit wundem, rohem, offenem Fleisch innen, und alles wehtut. An denen aus jedem Ausatmen ein In Traenen ausbrechen werden koennte. An denen du dich so verletzlich und zerbrechlich fuehlst, als waerst du gerade erst geboren worden, und so muede und alt, als haettest du schon zehn Menschenleben hinter dir.
Trauer ist ein absoluter Begriff. Es spielt ueberhaupt keine Rolle, worum oder worueber man trauert, das Gefuehl ist immer gleich aetzend.
An solchen Tagen brauchst du einen Ort, den du liebst und an dem du dich einrollen und verstecken kannst, und an dem Menschen leben, die dir heissen suessen Tee machen und mit dir tumblr-Frageboegen beantworten und die dich nicht verurteilen, nichts von dir verlangen, nicht an dir vorbeilaufen.
Und wenn du so einen Ort gerade verlassen hast, aber das Gefuehl immer noch da ist und sich verhundertfacht, weil du in den Zug steigst und dein selbstgewaehltes neues Zuhause verlaesst fuer eine graue volle dreckige Wohnung im 15. Stock in einer Stadt, die dich bisher nur ausgelacht und ausgesaugt hat.
Dann musst du es irgendwie hinkriegen, deinen Blick zu heben und ganz klischeehaft stark zu sein und einen neuen Panzer aufzubauen mit ein paar Luftloechern drin, und wenn du weisst, dass du am Ende des Tages alleine sein wirst, und dass das ok ist, weil du dir reichst, um gluecklich zu sein, dann ist das in Ordnung so und du kannst stolz auf dich sein, denn ich bin es auch.
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