Es ist wieder kalt und es bleibt jetzt so, hab ich heute gemerkt. "In Zeiten des abnehmenden Lichts", ich wünschte, auf diesen Ausdruck wäre ich zuerst gekommen, werde ich seit inzwischen vier Jahren immer nostalgisch und erinnere mich an die Kälte im Herbst 2011, an die Klassenfahrt, die nach bestimmten Liedern klingt und nach einer ganz bestimmten Luft riecht und sich anfühlt wie...
nach bestimmten Liedern klingt: Ich will Sterilität, Logik, Ordnung und Durchschaubarkeit. Tua.
nach einer ganz bestimmten Luft riecht: nach Sonne und Eis. Nach dem frischsten, klarsten, saubersten Nichts, nach Schottland im aufkommenden Winter.
Zufall, dass ich hungrig bin und mich leichter fühle als die letzten Tage, als ich mich erinnere an die Kälte im Herbst 2011, und daran, wie ich mich irgendwann leichter fühlte als die Tage zuvor.
Das war ein friedlicher Krieg: ich ganz allein, ich in meinem Körper. Ich habe Lust, dieses Gefühl wieder zu haben. Nur gucken. Nur atmen und gucken und alles andere zur Ruhe kommen lassen. Es muss mittlerweile so sehr langweilen, dabei zu sein: dieses Mädchen wärmt immer und immer wieder die alten Krisen, die alten Probleme auf, sobald es kalt wird. Nein, das versteht ihr nicht. Ich wärme nichts auf, ich nehme ab, es ist ein Wiedersehen, ein gemeinsames Erinnern. Kennst du das noch? wie die Luft, die du ausatmest, in der Luft steht, die du gleich wieder einatmest, wie sich ein leerer Magen anfühlt und ein leerer Kopf? Aber ja, das kenn ich noch. Es macht mich irgendwie ruhig. Es macht mich irgendwie friedlich.
(2)
Ich habe so viele Schmetterlinge im Bauch momentan.
Weil Phyllis mich in zwei Wochen besuchen kommt. Weil endlich endlich endlich endlich eine Freundschaft vielleicht hoffentlich möglicherweise weitergeht nicht stirbt neu anfängt.
Weil Mohammad riesige Füße und Hände hat und mit seinen riesigen Händen in meinem Gesicht rumpatscht und in mir das Bedürfnis weckt, mich auf so eine Hand draufzusetzen, mich zusammenzurollen und ein Schläfchen zu halten. Ich liebe es, wenn Menschen dieses Gefühl in mir auslösen. Als wären sie Betten voller Kissen und Wärme und Sicherheit.
Weil Hauke neu und aufregend ist und trotzdem unaufgeregt und, glaube ich, wirklich in Ordnung, und ich vielleicht hoffentlich möglicherweise tatsächlich nach drei Jahren endlich endlich endlich wieder einen Kumpel gefunden, eine neue Freundschaft geschlossen hab.
Weil Kara immer noch da ist und unser Lied immer noch unser Lied, das nicht inzwischen vom Radio gefistet oder von der GEMA verboten oder von der seitdem vergangenen Zeit bedeutungslos gemacht wurde.
Weil Jamie... weil.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen